Die Mode!

Der Malamut gehört leider, wie auch der Husky, zu den Rassen, die ihres Erscheinungsbildes wegen gekauft werden. Huskys und Malamuten sind total schöne Hunde. Huskys schlank und schnittig, Malamuten breit, stämmig und kraftvoll, aber sie besitzen beide diese wunderschöne Maske mit dunklen, braunen oder auch blauen Augen. Allein dieses Erscheinungsbild reicht aus, um sich so einen Nordländer zulegen zu wollen, doch die meisten machen sich nicht die Mühe, mal kurz zu hinterfragen, ob man dem Malamute das auch bieten kann, was er vielleicht verlangt oder sagen wir, haben möchte.
Malamuten sind bei Gott keine Anfängerhunde. Sich als Ersthundebesitzer einen Malamute zuzulegen, weil er schön ist, kann schwer nach hinten losgehen, wenn man nicht durch Zufall einen Welpen erwischt, der wirklich einfach und leicht zu handhaben ist. Malamuten sind sehr selbstbewusste Hunde und zeigen dies oft schon im Alter von wenigen Monaten. Freundlich und nett, kann es zwischen zwei Junghunden schon zu Auseinandersetzungen kommen, wenn es um irgendwas geht. Das kann zum Beispiel Futter sein. Die meisten Malamuten fressen, als ob es die letzte Mahlzeit ihres Lebens wäre (Ausnahmen bestätigen die Regel), und viele Malamuten verteidigen ihr Futter giftig und effektvoll. Kann man ihn nicht führen und lenken, könnte sich das auch gegen seinen Besitzer richten und das macht keinesfalls Spaß. Malamuten sind nicht abrichtbar, wie zum Beispiel Schäferhunde oder Border Collies, weil sie nie dafür gemacht wurden. Malamuten sind Hundes des Eises, der Kälte, des Nordens und im Gespann musste sich der Musher auch auf seine Hunde verlassen. Bei einem großen Gespann steht der Masha ziemlich weit hinten auf seinem Schlitten, der Leithund rennt weit vorn und der sieht Komplikationen oder Probleme früher und reagiert darauf. Der Musher wird auf das Verhalten des Hundes reagieren und gucken was los ist. Malamuten lernen kraftvoll zu ziehen, gleichmäßig zu laufen und können auch lernen, links, recht, geradeaus oder halt zu unterscheiden. Diese Kommandos, ob man sie jetzt auf englisch oder deutsch ausspricht, machen Sinn, denn sie geben dem Malamuten den Weg vor. Der Malamute lernt eher das, was Sinn macht. Jetzt verlangen wir Menschen oft hunderte Male am Tag "sitz", "platz" und "steh", vielleicht noch "bring" und "voran". Auf dem Abrichteplatz geht man stupide hin und her, um dem Hund das "Fußgehen" beizubringen, macht diverse andere Übungen, wie "bleib" oder "hier" und möchte absoluten Gehorsam. So wird es suggeriert und so hat es zu sein. Jetzt gibt es aber Hunde, die sind nicht dafür gemacht.
Ich habe mal ein Videos rausgesucht, nicht von mir, sondern aus Youtube, um zu veranschaulichen, was ich meine.
Das Video zeigt einen Border Collie. Ein Hund, der durch den Parcours pfeift, als wäre der Teufel hinter ihm her. Er ist schnell, will gefallen, will gewinnen. Dann ein Husky. Das brisante Gegenstück. Oh, der Husky weiß wohl, was er zu tun hat, aber der will weder gefallen noch gewinnen, sondern er macht halt mit, weil es ihm gezeigt worden ist. Man wird einen Husky, der durchaus schnell sein kann, nie dazu bringen, einen AG Parcours in der Geschwindigkeit zu meistern, wie es ein Border Collie tut, weil er keinen Sinn dahinter sieht. Er macht halt seinem Herrchen einen Gefallen, mehr auch nicht. 


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 Einen Malamute für diesen Sport zu begeistern, ist wohl eine brisanten Herausforderung. Ja, es mag welche geben, die das ganz spannend finden, die meisten werden drauf pfeifen. Malamuten lassen sich nur bis zu einem gewissen grad "abrichten", was aber mit "Erziehung" nix zu tun hat, denn man kann einem Malamuten sehr wohl sagen, was er darf und was er nicht darf. Für alles andere muss man "Agreements" finden. Von einem Malamute absoluten Gehorsam zu verlangen, wird nicht funktionieren, weil er zu viel selbst denkt und ihm das als Sturheit ausgelegt wird. Man muss akzeptieren, dass es Hunderassen gibt, die eben eine normale Unterordnung nur mit Muße erlernen und deutlich zeigen, dass es ihnen nicht liegt. Finden dann Prüfungen im Sommer statt, womöglich noch bei sengenden Temperaturen, wird der Malamute nicht mehr mitmachen. Zu Recht, denn er ist für die Hitze nicht geschaffen, zumal ich es unsinnig finde, bei wirklich heißen Temperaturen eine Prüfung abzuhalten und die Hunde zehn Minuten in der prallen Sonne liegenzulassen und dann von ihnen Fleiß zu verlangen. Zughundesport finden auch im Winter statt und nicht im Sommer, wo man seinen Hund umbringen kann. 

 Genauso verhält es sich mit der Jagd. Viele Nordlandhunde jagen wie die Henker, obwohl von "wissenden Personen" immer wieder behauptet wird, man kann einen Nordländer, ganz wurscht ob Husky oder Malamute, durchaus auch ohne Leine laufen lassen. Nein, kann man nicht. Zumindest nicht alle. Es gibt Hunde, die sind "belehrbar" und finden es einfach zu anstrengend einem Hasen hinterherzujagen. Andere sehen den Hasen und sind schon weg. Da kann man brüllen was man will, er ist weg und kommt vielleicht ein paar Stunden später wieder nach Hause, wenn überhaupt, denn gerade Huskys sind bei der Jagd schon verloren gegangen und trotz Chip nie wieder aufgetaucht. Malamuten sind dünn gesät, deswegen wird man von ihnen nicht so viel hören, aber auch sie können jagen und tun es auch. Diese Hunde wissen, wenn sie nicht an der Leine hängen und wissen auch, dass der Besitzer sie nicht einfangen kann. Tschüss und Abflug. Was will man den machen, wenn der Hund kapiert hat, dass er ohne Rücksicht auf Verluste laufen kann, wenn er nicht angeleint ist und einen scheiß folgen muss, weil Herrli oder Frauli einfach nix tun können, außer sich schwarz ärgern. Es gibt Hunde, die kann man laufen lassen, die sind führig und kommen auch, wenn die Situation es erfordert (es muss ja nicht immer Wild sein), es gibt aber auch Hunde, die tun das nicht, sondern machen das, was ihnen gerade einfällt. Blöd, wenn so ein Malamute sich dann auf einen kleinen Hund zubewegt, dessen Besitzer dem Herzinfarkt nahe ist, wenn er sieht, dass zwar gebrüllt wird, aber der riesige Malamute sich einen scheiß drum schert. 

 Was ich auch immer wieder beobachte, ist das Führen von großen Hunden im Geschirr. Leute, glaubt ihr im Ernst, ihr könnt einen Hund mit 40 kg oder drüber halten, wenn der sich ins Geschirr stemmt, denn Allrad einschaltet und mit Kraft und Wucht dorthin zieht, wohin er hin will? Nein, niemand kann das wirklich und dennoch gibt es Menschen, die ihrem großen Hund ein Geschirr umbinden. Fragt man diese Leute: He, wieso verwendest du bei deinem Husky oder deinem Malamute kein Halsband? Bekommt man oft zur Antwort: Das ist ein Schlittenhund. Den kann man nur im Geschirr führen. Aha!!! Also mache ich was falsch, denn alle meine Malamuten gehen ganz normal ein der Leine, haben ein Halsband um und ziehen nicht, obwohl sie das Ziehen am Wagen gelernt haben und es mit Hingabe machen. Such den Fehler. Der Fehler liegt an der Denkweise. Der Malamute geht einfach. Ob mit Halsband oder Geschirr, das ist ihm völlig egal, denn er denkt darüber nicht nach. Hat er gelernt, dass man sich in die Leine hängen kann, wird er das machen, hat er gelernt, im Halsband nicht zu ziehen, weil das mit Konsequenzen verbunden ist, na dann wird er es lassen. Wir ziehen unseren Hunden nur das Geschirr an, wenn sie eingespannt werden. Dann wissen sie, dass sie eingespannt werden, toben entsprechend und warten auf den ersehnten Lauf. Legen wir ihnen das Halsband um, wissen sie ... eh, nur Spazierengehen, wie langweilig. Aber es wird nicht getobt, sich nicht überschlagen, weil wir gehen ja "nur spazieren". Ein Malamute weiß eigentlich nicht, dass er ein Schlittenhund ist und im Geschirr geführt werden muss. Das ist menschliche Denkweise. Der Malamute kann genauso im Halsband geführt werden, was ich auch bevorzugen würde, denn kommt es zu einer Konfliktsituation, hat man den Kopf des Hundes im Griff, kann ihn zur Seite ziehen, was mit einem Geschirr schlicht und einfach nicht geht. Zudem sind Geschirre, je nach Machart, mit viel "Fläche" versehen, die die Körperwärme des Hundes nicht weglassen. Dem Hund wird darunter heiß und nur zur Info, denn es gibt immer wieder Leute, die das nicht wissen. Hunde können nicht schwitzen. Sie kühlen sich, wenn sie hecheln. Der Schlecker hängt weit raus und durch dieses Hecheln kühlt sich der Hund runter. Er schwitzt maximal an den Pfotenballen. Hat ein Malamute viel Pelz und bindet man ihm auch noch ein dicktes Geschirr um, hat er im Sommer bestimmt seine Freude daran. 

Zudem ist auch die Pflege des Malamuten manchmal eine Sache, bei der viele Menschen die Finger von sich spreizen. Ein Malamute gehört nicht nur gepflegt, sondern in der Zeit des Fellwechsels gut ausgebürstet. Es gehört schon ein bisschen was an Können dazu, das allzu dichte Unterfell rauszuholen, sodass Luft an die Haut kann. Bürstet man den Hund nur oberflächlich, streicht man ihm zwar die Deckhaare glatt, aber die Unterwolle, die sich löst und raus will, die bleibt drin. Es ist heiß und diese Wolle, vermischt mit Hautschuppen, beginnt zu stinken. Der ganze Hund riecht dann wie ein ganzes Güllefass, fühlt sich fettig an und verliert büschelweise Haare, die man dann überall rumliegen hat. Gerade in unseren Breitengraden, wo es sehr viel früher hell wird, als im hohen Norden, auch wesentlich wärmer wird und weit später dunkel, wo das Frühjahr schon im Erblühen ist, wenn im Norden noch die Eiszapfen von den Häusern hängen und wo noch immer alles blüht, wenn es im Norden schon wieder zu gefrieren anfängt. Der Malamute richtet sich danach und wirft seine Unterwolle ab. Damit der Hund nicht zu stinken beginnt, Luft an die Haut kommt und die Haut auch gesund bleibt, gehört so ein Hund nunmal kraftvoll ausgebürstet. Dinge, die nicht jeder kann und auch nicht jeder will, denn der letzte Malamute, den ich bei hohen Temperaturen mitten in der Stadt gesehen habe, sah nicht nur ungepflegt aus, es musste ihm einfach unsagbar heiß gewesen sein, da keine Luft durch das Fell hindurchkam. Überall hingen ihm die Fellfetzen weg und er hechelte, wie kurz vor dem Verrecken. Hallo, ihr habt einen Nordlandhund, der sich unseren Temperaturen anpassen muss. Also helft ihm dabei und holt ihm das Fell raus. Dazu muss man dem Hund aber auch von klein auf beibringen, sich bürsten zu lassen, denn sonst steht man auf einmal da, hat einen knurrenden und nach der Hand schnappenden Hund, weil es beim Bürsten vielleicht ein bisschen mehr zippert und zupft. 

Und was ich noch sagen will. Ein Malamute gehört ganz sicher nicht in die Stadt und eigentlich auch nicht in die Wohnung. Es sind Outdoorhunde, die sich draußen am wohlsten fühlen. Haus mit Garten wäre für so einen Hund schon von Vorteil, da Malamuten auch im Winter gern viel Zeit draußen verbringen, oft auch draußen nächtigen, da sie dafür gemacht sind. Ja, natürlich gibt es auch Malamuten, die ins Haus gehen, die bei 5 Grad minus in einem Bereich wohnen, der auf 24 Grad hochgeheizt ist. Ganz ehrlich, glaubt ihr, dass das richtig ist? Es gibt auch Menschen, die halten ihre Malamuten, überdies auch Huskys, in großen Städten in der Wohnung. Der Hund hat als einzigen Auslauf die Freilaufzone und muss sich sonst mit Spazierengehen an der Leine abfinden. Ein bisschen wenig, finde ich. Wenn man sich einen Husky oder einen Malamute zulegt, sollte man über den Laufsport nachdenken. Diese Hunde wollen laufen und sollen laufen. Es erhält sie gesund und bewahrt sie davor fett und ausgefressen zu werden. Mitten in der Stadt wird das kaum machbar sein, deswegen gehört ein Nordlandhund, dem man so brav ein Geschirr umlegt, weil er ja ein Schlittenhund ist, nicht in die Stadt, weil Schlittenhunden nunmal keine Stadthunde sind. Diese Hunde wollen sich bewegen und an der Leine eine Runde zu drehen, ist eindeutig zu wenig. Geht laufen, spannt ihn vor den Scooter, vor das Rad, was auch immer, aber bewegt euch.

Noch ein Wort zum "Radfahrverbot" in Österreich. Der Zughundesport, also einen oder zwei Hunde vor das Rad zu spannen, ist in Österreich nicht explizit verboten, sondern eher ein Graubereich. Auch das freie Mitlaufenlassen eines Hundes ist nicht verboten. Besteht Maulkorbpflicht, muss darauf geachtet werden, einen Sportmaulkorb zu verwenden, der so viel Tiefe hat, dass der Hund hecheln und trinken kann.  Verboten ist, den Hund am Fahrrad anzubinden oder gar hinterherzuziehen. Es gibt Hunderassen, die sind einfach nicht für das dauerhafte Laufen geschaffen. Man nehme einen Mops oder eine Franz.Bulldogge, die dabei ersticken würden, oder auch Rassen mit kurzen, krummen Beinen. Es gibt aber auch Menschen, die binden ihren Hund mit einer Antenne hinten ans Rad, ohne darüber nachzudenken, dass der Hund nur etwas sehen muss und schon fliegt man wie eine Fahne im Wind, weil der Hund nur mal schnell abbiegt. Zudem gibt es auch Menschen, die können oder wollen nicht verstehen, dass ab 15 Grad plus Schluss mit Laufen beim Rad ist, weil sich der Hund nicht mehr richtig kühlen kann. Es droht Überhitzung des Hundes und somit der Tod. Wer kommt auch schon auf die Idee, bei 30 Grad und aufgeheiztem Asphalt mit dem Hund Rad zu fahren. Doch es gibt so Wahnsinnige und genau diese Leute will man mit diesem Verbot einschränken. Das Vorspannen am Rad oder am Scooter ist nicht verboten, sofern man sich normal aufführt und Radwege, die nun mal für Radfahrer, oder Spazierwege, die Familien vorbehalten sind, meidet. 

Eine Alaskan Malamute ist ein imposante Erscheinung, keine Frage, aber man muss sich wirklich die Frage stellen, ob man so einen Hund halten kann. Hat man einen Garten, der gut eingezäunt ist, hat man die Zeit, um sich mit dem Malamute zu bewegen und die Muße, auch einen Laufsport mit dem Hund zu machen? Diese Sportarten fallen meist in ungutes Wetter. Spätherbst und  Winter, wenn es grauslich kalt und nass ist. Das ist Malamutenwetter. Im Sommer ist der Malamute ganz dankbar, wenn er sich nicht zu viel bewegen muss. Fährt man gerne auf Urlaub ... im Süden wird es der Malamute schwer haben, denn die sengenden Temperaturen am Strand sind nicht unbedingt seins. Es würde sich ja auch der hohe Norden anbieten. Ist man also wetterempfindlich, faul, bequem, ein Sonnenanbeter, oder hat nur eine Zweizimmerwohnung in der Stadt, dann ist der Malamute nicht die empfohlene Rasse. Sich einen Hund zuzulegen, weil er schön ist, ist nett, aber dieser Hund soll auch das machen können, wozu er geboren wurde. Während man einen Border Collie auch anderweitig kopftechnisch beschäftigen kann, wir das bei einem Malamute schwer. Ja, es muss kein Schlitten, die eigenen Beine und der Scooter gehen auch.