Die Gesundheit

Jeder möchte einen gesunden Hund, der möglichst 15 Jahre oder gar noch älter wird. Dass das nicht geht, sollte jedem klar sein, denn so ein Hund ist ein Lebewesen und vor Krankheiten ist niemand sicher. Das ist das Risiko, mit dem wir leben. Aber man kann rassebedingten Erkrankungen entgegenwirken, indem man sie erkennt und züchterisch dagegen vorgeht. Der Malamute ist ein Robusthund, aber Dank Inzucht ist auch er vor Gendefekten nicht sicher. Was kann einen erwarten?

Böse Erbdefekte

Was bei allen Rassehunden passiert, bei denen man penibel selektiert und Linienzucht betreibt und den besten und schönsten Typ zu erhalten, hat auch beim Malamute nicht halt gemacht. Jeder mag seine eigene Vorstellung von "Zucht" haben, jeder seine eigene Priorität. Grundsätzlich ist das auch  in Ordnung. Geht man von Land zu Land oder auch von Kontinent zu Kontinent, wird man bemerken, dass die Vorstellungen und Ideale sehr, sehr weit auseinander gehen. Auch auf Shows bzw. Ausstellungen wird auf unterschiedliche Dinge wert gelegt. Ein Golden Retriever aus Österreich oder Deutschlang, also aus Europa unterscheidet sich stark vom Goldi aus den USA. Wir konnten das selbst beobachten. Ich dachte zuerst, es sein ein Mischling, nein, es war ein Goldi. Auch beim Malamute gibt es Unterschiede im Typ. Die einen wollen eher einen langbeinigen Hund, der im Gepann mehr Geschwindigkeit macht und nicht so plump ist. Der andere möchte einen schweren Hund, der auf Ausstellungen mit Siegerpokalen nach Hause geht. Der andere steht auf bestimmte Farben ... Die Linienzucht hilft, einen gewissen Typ schneller zu kreieren. Es werden verwandte Hunde, die dem Erscheinungsbild des Züchters entsprechen miteinander verpaart, damit der Welpe dann die Eigenschaft, ob jetzt physisch oder psychisch sei dahingestellt, besitzt, die man haben möchte. Besonders in Amerika sind Ahnentafeln, in denen ein und derselbe Hund mehrmals auftaucht, Gang und Gebe. Bruder-Schwesterverpaarung kommen da ebenso vor, die Halbgeschwisterverpaarungen oder man findet ein und denselben Hund in mehreren Generationen wieder. Man versucht über die Inzucht den bestmöglichen Typ zu erhalten. 
Bei enger Zucht verringert sich aber die genetische Population, die hoch sein sollte, damit sich Defektgene, die jedes Lebewesen hat, nicht finden und einen Defekt beim Nachwuchs nicht auslösen können. Die meisten Defektgene vererben sich rezessiv. Das heißt, beide Zuchttiere müssen zumindest eine Copy dieses Defekts tragen, damit ein betroffener Welpen entstehen kann, nicht muss. Je geringer die genetsiche Population allerdings wird, desto leichter finden sich diese mutierten Gene ... peng ... wir hätten eine Genkrankheit. Beim Malamute gibt es einige rassespezifische Defekte. Manche Defekte vererben sich auch dominant. Das heißt, es reicht eine Copy des Gens, damit ein betroffener Welpe entsteht. 
Beispiel: AMPN ist eine neurologische Krankheit beim Alaskan Malamute. Trägt eines der Zuchttiere nun diesen Defekt, passiert noch nichts. Ein Trägertier ist nicht betroffen ... aber .... verpaart man dieses Trägertier nun mit einem Trägertier können betroffene Welpen entstehen, da diese Welpe dann zwei defekte Gene mitbekommen. (Rezessiver Erbgang). MH ist eine Stoffwechselstörung in der Skelettmuskulatur, die sich dominant vererbt. Das heißt, eine Copy reicht, damit ein betroffener Hund entsteht. Solche Tiere gehören nicht in die Zucht, da sie zu 50% dieses eine defekte Gen weitervererben können. Ein Hund der MH/MH getestet worden ist, hat schon mal gar nichts in der Zucht verloren, da er den Defekt zu 100% weitervererbt. 
Und damit wären wir schon bei den Tests. Es gibt Labore wie Labogen oder Feragen, die mittels Speichel- oder Blutprobe den Hund testen können, um festzustellen, ob er defekte Gene trägt. Manche Labore machen Einzeltestes, Feragen bietet ganze Kombipakete an, die sicher sehr nutzvoll sind, da man nie wissen kann, was ein Hund noch so alles trägt. Was man weiß, kann man züchterisch ausmerzen, was man nicht weiß, vererbt sich weiter und weiter und weiter. 
Die wichtigsten genetischen Defekte wären eben beim Alaskan Malamute die AMPN (Alaskan Malamute Polyneuropatie), IVDD-Risiko (Chondrodysplasie und Dystrophie - Verkürzung der Beinlänge), DM (Degenerative Myelopathie), SLC (Hyperurikosurie), MH (Maligne Hyperthermie), PCD (Primäre ciliäre Dyskinesie) und die Cone Degneration. Wir haben bei einem Alaskan Malamute dank Kombipaket von Feragen auch CEA gefunden. Eine Augendefekt, der normalerweise eher bei Collierassen auftaucht und auch MDR 1 (Medikamentenunverträglichkeit) wurde bereits gefunden, weshalb Kombipakte durchaus ihren Sinn machen. 
Wir nutzen diese Kombipakete von Feragen, denn wir können züchterisch nur gegen Gendefekte vorgehen, wenn wir wissen, ob unsere Hunde etwas tragen oder nicht.  denn nur wenn wir wissen, was ein Hund hat oder nicht hat, können wir entweder züchterisch dagegen vorgehen.  

Auch Farben können krank machen. 

Können Farben krank machen? Was soll an einer Farbe so gefährlich sein? 
Es gab Zeiten, da hatte ich auch noch keine Ahnung davon. In meiner Jugend gab es nur halb so viele Farbvarianten wie heute. Es gab Rassehunde, die erkannte man schon an ihrem Farbmuster, wie zum Beispiel den Dalmatiner,  den Deutschen Schäferhund oder auch den Dobermann. Aber Farben sind in Mode gekommen und je seltener und ausgeklügelter der Hund ausschaut, desto beliebter ist er. Man nehme nur die Farbe "Merle", die ein gesprenkeltes Fellmuster aufweist. Menschen lieben diese bunte Farbe und auf einmal tauchen in vielen Rassen Merlefarben auf, die es früher nicht gab. Ein Beispiel wäre der Dackel. Ihn gab es früher nur in schwarz mit braunen Abzeichen (schwarz mit loh), seltener in braun mit Abzeichen (braun mit loh) oder in rot. So hat man ihn überall gesehen. Heute gibt es merlefärbige Dackel, Dackel mit Piebaldfärbung und auch gestromte Dackel. Ja, die mag es früher schon gegeben haben, nachdem aber Farben wie "Merle" Risikobehaftet sind (Welpen können taub, blind und mit anderen Defekten geboren werden),  hat man früher davon Abstand genommen. Heute erfreuen sich bunte Hunde immer größerer Beliebtheit und leider gibt es auch immer mehr bunte Hunde, die ganz bunte Defekte haben. 
Den Alaskan Malamute gibt es, Gott sei Dank, noch nicht in Merle und ich hoffe, dass das auch so bleibt, was es aber gibt, ist das Dilution-Gen. Und dieses Gen, das eine graue oder silberne Fellfarbe bewirkt, bringt noch einiges mit, was absolut niemand brauchen kann. 

Dilution Gen und seine Folgen

 Die Ursache für die graue oder silberne Fellfärbung ist das sogenannte Dilute-Gen. Das kommt aus dem Englischen  und bedeutet so viel wie verdünnen. Das heißt, dieses Gen verdünnt Fellfarben. Es bewirkt die Verklumpung und Verkleinerung der Pigmentkörnchen und sorgt so für die aufgehellte Färbung. Im Fall der Farbe Silber handelt es sich zum Beispiel beim Labrador um ein verdünntes Braun, bei Charcoal um ein aufgehelltes Schwarz und bei Champagner um ein versilbertes Gelb. So weit, so gut. Für den Laien mag erst einmal nichts dagegen sprechen, dass es jetzt auch silberne Labradore oder blaue Bulldoggen gibt. Doch das Dilute-Gen beeinflusst bei diesen Rassen leider nicht nur die Fellfarbe, sondern es erhöht auch das Risiko für die Krankheit CDA (von Color Dilution Alopecia, Deutsch: Farbmutantenalopezie). 

 CDA äußert sich vor allem durch starken Juckreiz, Fellverlust, Hautekzeme und schlecht heilende Wunden und das in einem Ausmaß, dass ein normales Hundeleben nicht mehr möglich ist. Die Symptome, die meist zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem zweiten Lebensjahr auftreten, lassen sich zwar mit Antibiotika und juckreizlindernden Medikamenten erstmal abmildern, doch treten sie meist kurze Zeit später wieder auf. Der Hund wird durch das ständige Kratzen durch jucken nahezu verrückt, befindet sich im Dauerstress, was Folgen auf seine gesamte Gesundheit haben kann. 
Auch Hundeschulen vermelden, dass Hunde mit den Superfarben oft nervös, hibbelig und gestresst sind, lange Lernprozesse haben und gelerntes oft wieder "vergessen". 
Jetzt tauchen aber bereits "blaue" Malamuten oder Malamuten mit "silbernem" Fell auf, dessen Ursprung auf das Dilutegen zurückzuführen ist. Dieses Gen hat aber im Malamute ganz sicher keinen natürlichen Ursprung. 
Bei Genlaboren besteht die Möglichkeit die Fellfarbe und Fellbeschaffenheit zu testen. Meiner Meinung nach sollte man die Finger vom Dilute-Gen lassen. Es gibt beim Malamute so tolle Farben, das es nicht notwendig ist, mit anderen Farben zu experimentieren. Farben wie "blau" oder "silber"  werden beim Malamute von Dilution Gen erzeugt. 
Wir verzichten auf diese Farbschläge, da uns die Folgen durchaus bekannt sind. 

Farben, die auch wir mögen. 

HD und ED, nicht auszurotten

Seit man Röntgenbilder machen kann, gibt es bei Hunden die HD (Hüftgelenkdysplasie) und ED (Ellbogendysplasie). Also schon ziemlich lange und obwohl zuchttechnisch immer wieder selektiert wird, sind diese beiden bösen Dinger einfach nicht auszurotten. 
Es heißt, HD und ED sind Erbkrankheiten. Wir glauben, dass das nur bis zu einem gewissen Teil stimmt. Tatsache ist, man weiß nicht, wie sich HD oder auch ED vererbt. Es hängen so viele Faktoren an diesen beiden Gelenkskrankheiten, dass es sie von etwa 50, 60 Jahren gegeben hat, heute noch gibt und vermutlich in 50,60 Jahren immer noch geben wird. Gefühlt leiden heute weit mehr Hunde gerade an HD als früher und dabei sind nicht nur Rassehunde betroffen, sondern auch Mischlinge. Eigentlich sind alle Hunde betroffen, wobei die HD bei kleinen Hunden weniger gravierende Auswirkungen hat, als bei großen. Selbst Katzen können an HD leiden und ich vermute, dass es eine Volkskrankheit ist, die so ziemlich alle Lebewesen betrifft, Lediglich beim Hund wird es kontrolliert, beim Pferd nicht, was ja auch keinen Sinn macht, genauso wenige beim Schaf, Ziege, Kuh, Kamel, was auch immer. Gelenke sind einem gewissen Wachstum unterworfen. Hat so ein Hund Wachstumsschübe, wird er zu wenig bewegt, zu gut gefüttert, zu schwer gefüttert, zu früh kastriert, dann wächst er unregelmäßig bzw. falsch und Gelenke wie die Hüfte kommen nicht mehr so recht mit. 

Hund mit einer absolut ruinierten Hüfte. 

Die Gelenkskugel ist gar nicht mehr da, die Pfanne ist vernichtet. Dieser Hund kann sich nur mehr unter Schmerzen bewegen. 

Ellbogendysplasie beim Hund. Kann sich ein Gelenk nicht ungehindert bewegen, wird es anecken, steckenbleiben oder quietschen. Mechaniker rücken solche Gelenken mit Schleifpapier und Öl zuleibe, damit es sich wieder glatt bewegt. Aber auch das Ellbogengelenk beim Hund kann sich nicht glatt bewegen, wenn es Zacken oder Verformungen gibt. Schmerzen treten auf, der Hund lahmt. 

HD und ED werden in Grade unterteilt. (Norbergwinkel) Es gibt natürlich die Bilderbuchhüften, die tief und fest in der Pfanne sitzen. Es gibt aber auch die weniger schönen Hüften, die nicht so tief drinnen sitzen, aber dennoch absolut gut funktionieren. Ich wage zu wetten, dass sehr viele Hunde, mit nicht so glasklaren, schönen, bilderbuchmäßigen Hüften absolut keine Probleme haben und sturmalt werden können, ohne je Probleme zu haben, weil diese Hunde sich ausreichend bewegen dürften und Bänder und Muskeln dafür sorgen, dass das Tier reibungslos laufen kann. Ist ein Hüftgelenk allerdings so kaputt, dass die Kugel nicht mehr in der Pfanne ist, sich schon selbständig Löcher bohrt oder durch Arthrose stark verknöchert ist, ja, dann läuft nix mehr rund und der Hund hat Schmerzen. Ob es sinnvoll ist, einem Hund die Gelenke so auszutauschen, wie bei einem Auto, ist Ansichtssache. Fakt ist, der Hund hat nach so einer OP lange Schmerzen, darf lange nicht wirklich laufen, muss ständig ruhig gehalten werden und bekommt viele Medikamente. Ob dass im Sinne des Hundes ist, muss jeder selbst entscheiden. 

Genauso verhält es sich mit ED. Diese Gelenke springen zwar nicht aus der Pfanne, aber wie gesagt, wenn es Ecken und Kanten gibt, kann die rundesten Kugel nicht mehr rund laufen. Wenn etwas reibt, erzeugt es Schmerzen und wir sehen einen lahmenden Hund. 

Wir glauben, dass HD und ED immer wieder, auch in freier Wildbahn, vorkommen. Allerdings vermutlich nicht in der Ausprägung wie bei unseren Hunden, weil der Körper eines Wildtieres (Wolf, Wildhund, Schakal, Fuchs) an das Leben unter freiem Himmel angepasst ist. Sie haben keine Verzüchtungen, die ihnen das Leben erschweren. Würde ein Wolf auf einmal Falten, lange Ohren und Stummelbeine besitzen, wäre er zum Tod verurteilt, weil er nicht mehr effektiv jagen kann. Unsere Hunde sind teils sehr wildentfremdet gezüchtet, weswegen natürlich Probleme auftauchen müssen. Möchte man mit einem Basset Sport betreiben wollen, wird man genauso an seine Grenzen stoßen, wie bei einer Franz. Bulldogge oder einem Mastiff. 
Selbst der Malamute bekommt als Welpe meist viel zu wenige Bewegung, wird viel zu gut gefüttert, wodurch er zu schnell wächst, wodurch er plump wirkt. Besitzt er zudem mächtig dickes Fell und lebt er in sonnigen Gegenden (Spanien, Mexico, Chile, Florida, wo auch immer) wird er sich kaum bewegen wollen. Ein Malamute ist nunmal ein Hund des Nordens, während ein Podenco der Hund des Südens ist, denn der würde im Norden einfrieren. 
Wir lassen unsere Hunde auf HD und ED röntgen. Es tut nicht weh und gibt Gewissheit. Zudem laufen unsere Hunde im Gespann oftmals mehrere Kilometer. Mit einem Hundewagen im Schlepptau schafft das kein Hund über größere Distanzen mit einer kaputten Hüfte.