Etwas übertrieben und frei erfunden. 

Der Anruf eines Hundebesitzers bei seinem Trainer 

 

Anruf von Herrn Wirsch, seines Zeichens Hundebesitzer („W“) bei seinem Hundetrainer Herrn Lipp („L“): 

W: „Guten Tag Herr Lipp. Hier spricht Herr Wirsch!“ 

L: „Ah, Herr Wirsch. Nun, wie geht es denn so mit Ihrem Hund?“ 

W: „Ja, eigentlich soweit ganz gut. Ich habe da jetzt nur ein kleines Problem.“ 

L: „Ja bitte. Wie kann ich Ihnen helfen?“ 

W: „Äh, Sie wissen schon. Unser Putzibärli macht ja gute Fortschritte. Aber jetzt hat er sich gerade in meine linke Wade verbissen und will nicht mehr loslassen. Können Sie mir sagen, was ich tun soll?“ 

L: „Das klingt aber nicht so gut. Nun, jetzt sollten wir wissen, wie weit die Kommandos ´nein` und ´aus` schon sitzen. Haben Sie mit ihm trainiert, Herr Wirsch?“ 

W: „Ja, natürlich haben wir das. Es funktioniert auch schon immer besser.“ 

L: „Na, dann versuchen Sie es doch mal mit dem Kommando ´aus`. Aber nicht zu laut und zu scharf, denn wir wollen den armen Kerl nicht traumatisieren. Haben Sie ein Leckerli parat, damit Sie ihn auch sofort belohnen können, wenn er das Kommando annimmt?“ 

W: „Ja, selbstverständlich habe ich das, aahhhh.“ (Man hört den Hund im Hintergrund knurren.) „Wir sollten uns beeilen, denn ich glaube Putzibärli wird schon langweilig.“ 

L: „Dann versuchen Sie es. Sagen Sie deutlich ´aus` und halten Sie ein Leckerli bereit.“ 

W: „Okay. Bärli, aus. Bärli, aus. Hörst du. Aus!“ (Man hört den Hund wieder laut knurren und ein schmerzvolles Stöhnen im Hörer.) „Ich glaube, es funktioniert nicht. Bärli lässt nicht los.“ 

L: „Na, dann sollten wir versuchen, ihn abzulenken. Vielleicht haben Sie sein Lieblingsspielzeug bei der Hand. Möglicherweise lässt er los, wenn Sie ihm sein Spielzeug werfen. Und nicht vergessen. Sofort ein Leckerli!“ 

W: „Warten Sie!“ (Es sind eigenartige Geräusche zu hören). „So, nun habe ich das Spielzeug. Soll ich es werfen?“ 

L: „Ja, und fordern Sie ihren Hund zu einem lieben Spiel auf, damit er angenehm überrascht und positiv bestärkt wird.“ 

W: „Okay! Bärli schau, ahhhhh!“ (Man hört den Hund wieder knurren.) „Schau, was ich für dich habe. Hier, Balli, Balli. Willst du es haben? Na, willst du? Herrli hat auch ein Leckerli für dich. Schau, aaahhhhh!“ (Diesmal knurrt der Hund schon heftiger.) „Ich glaube, es funktioniert nicht.“ 

L: „Tja, dann, dann brauchen wir eine Hilfsperson. Ist Ihre Frau vielleicht in der Nähe?“ 

W: „Ja, warten Sie, ich rufe Sie mal schnell.“ (Wieder ein Gurgeln durch die Leitung.) „Heeeelgaaaa, kannst du bitte kommen? Und bring bitte einen Fetzen mit. Hier ist schon alles voller Blut und Bärli schmiert sich die Pfoten und das Fell ganz voll. Das mag ich nicht. Er soll doch sauber aussehen.“ 

Es dauert eine Weile, dann hört man Schritte. 

W: „Warten Sie, Herr Lipp, meine Frau macht Bärli etwas sauber, aaaahhhhhh.“ (Man hört ein lautes Poltern durch das Telefon.) 

L: „Herr Wirsch?“ 

Keine Antwort 

L: „Herr Wirsch?“ 

W: „Herr Lipp, hier ist Frau Wirsch. Mein Mann ist gerade in Ohnmacht gefallen. Vermutlich durch den Blutverlust.“ 

L: „Und, hat Putzibärli denn losgelassen?“ 

W: „Nein, er hängt noch immer an der Wade meines Mannes, die sich schon langsam vom Knochen löst. Was soll ich machen?“ 

L: „Dann holen Sie doch bitte den Clicker, Frau Wirsch.“ 

W: „Werde ich machen!“ 

Man vernimmt wieder Schritte, eine Tür wird auf- und zugeworfen. Kurz darauf hört man wieder die Atmung im Telefon. 

W: „Ich stehe jetzt mit dem Clicker bereit, Herr Lipp. Was muss ich machen?“ 

L: „Sagen sie ´aus` und clicken Sie. Wenn Bärli loslässt, dann loben Sie ihn mit einem weiteren Clickgeräusch.“ 

W: „Okay. Bärli aus, Bärli aus jetzt!“ … (Kurz darauf hört man tatsächlich ein Clickgeräusch.) 

W: „Herr Lipp. Bärli hat einen Teil von der Wade meines Mannes in der Schnauze und ist jetzt in seinen Korb gegangen. Muss ich ihn jetzt noch mit einem zweiten Leckerli bestärken? 

Natürlich ist diese Geschichte frei erfunden. Aber seien Sie ehrlich. Trifft man damit nicht manchmal ein ganzes Stück Realität?